Informationsveranstaltung Schiedsrichterwesen / Änderungen der Schiedsrichter-Ordnung und Schiedsrichter-Ausbildung

16.02.2018 17:00 von Kai Gerhardt

Der Bezirk Gießen möchte, wie bereits angekündigt, die Vereine über die zum 30.06. bzw. 01.07.2019 eintretenden Änderungen der Schiedsrichterordnung detailliert informieren, da diese Änderungen u.U. Auswirkungen auf das SR-Soll der Vereine haben.

Ebenso werden den Vereinen die Änderungen in der SR-Anwärter-Ausbildung vorgestellt, die bereits bei der im Jahr 2018 anstehenden SR-Ausbildung angewandt werden.

 

Aber darüberhinaus gibt es ein wichtiges Thema, das alle Vereine angeht, daher einige grundsätzliche Daten zum derzeitigen SR-Stand im Bezirk Gießen:

Aktuell pfeifen für den Bezirk Gießen theoretisch 326 Schiedsrichter, dies sind 190 Einzelschiedsrichter sowie 136 Gespannschiedsrichter, einschl. der SR-Gespannschiedsrichter auf HHV-Ebene. Im Vergleich zu 2015 sind dies 60 SR weniger (-15% in 3 Jahren).

In der Praxis aktiv (ohne krankheitsbedingte und/oder sonstige Freistellungen) sind derzeit 291 Einzel- und Gespann-Schiedsrichter, hierunter 18 SR in Gespannen auf HHV-Ebene.

Betrachtet man nur die Ansetzungsbereiche der Einzelansetzungen, zeigt sich folgendes Bild: Von den theoretisch 190 SRn stehen aktiv nur 169 zur Verfügung. Stellt man da die Gesamtzahl der Spiele mit Einzelansetzung (rd 2900Spiele) entgegen, müsste theoretisch jeder aktive Einzel-SR auf einen Saisondurchschnitt von 17-18 Spielen kommen...

Schaut man sich den Schiedsrichterbestand weiter, so muss man feststellen, dass knapp die Hälfte der Schiedsrichter über 50 Jahre alt ist, allein jeder 6.SR ist über 60 Jahre alt. Sie sind die stärksten Säulen für die Ansetzer, da sie in der Regel über einen hohen Verfügungsgrad verfügen, ohne sie wäre es fast nicht möglich kurzfristige Umbesetzungen/ kurzfristige Ansetzungen zu stemmen.

Immer weniger erklären sich bereit, Spiele zu leiten. Welche die pfeifen, tun es entweder in „Übermaßen“, andere „schlingeln“ sich durch die Runde. Neulinge haben auf Grund ihrer zahlreichen Aktivitäten, sie spielen in mehreren Mannschaften oder sind Trainer/Betreuer einer Jugendmannschaft, wenig Zeit, Spiele zu leiten. Das bevorstehende Abitur wird bei den Anwärtern/Neulingen zusätzlich als Verhinderungsgrund genannt, spielen will man allerdings weiterhin. Hier stellt sich die Frage, weshalb melden Verein solche Personen zu einem Neulingslehrgang?  Letztlich wird mit den ausgebildeten Neuschiedsrichtern -sofern sie nach Ausbildungsende überhaupt länger als 3 Jahre Schiedsrichter bleiben- die Anzahl der Schiedsrichterrücktritte nicht kompensiert werden können.

 

Der Bezirksspielausschuss, der Arbeitskreis Schiedsrichter und insbesondere das Team SR-Lehrwesen setzen auf die Mitverantwortung der Vereine und rechnen daher mit einer Teilnahme der Vereinsverantwortlichen auch ohne dass es eine Pflichtsitzung ist! Es bringt uns nicht weiter, wenn die anwesende Person nur der Pflichterfüllung "Anwesenheit" bei einer Anwesenheitspflicht dient.

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