Vereinsvertretersitzung 2019

20.05.2019 22:52 von Frank Hoffmann

Bild von links: Kai Gerhardt, Uwe Woycyk und Ulli Will
 
Ab 1. Juli nur noch nuLiga

 

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums richtete der TV Dornholzhausen die Vereinsvertretersitzung des Handball-Bezirks Gießen in dem Bürgerhaus Dornholzhausenaus. Bezirksvorsitzender Kai Gerhardt begrüßt die Vertreter von 58 der 59 Vereine, die am Spielbetrieb teilnehmen. Darunter war auch der 1. Vorsitzenden des TV Dornholzhausen Henning Wenzel, der Abteilungsleiter der Handballabteilung Alexander Klös, der Vizepräsidenten Spieltechnik des Hessischen Handball-Verbandes Tobias Weyrauch, der Ehrenvorsitzenden des Bezirks Gießen Norbert Münch sowie das Ehrenmitglied des Bezirks Gießen Herbert Horn.
 
Wenzel erinnerte in seinen Grußworten an das Jubiläum in diesem Jahr und beschrieb mit einem kurzen Abriss den Sportbetrieb sowie die Vereinsarbeit in seiner 100-jährigen Geschichte – Handball kam erst im Jahre 1929 dazu. Volker Michel macht auf die vielen einzelnen Jubiläums-Veranstaltungen im Laufe des Jahres aufmerksam.
 
Kai Gerhardt stellte die Tagesordnung und einen neuen Verein im Bezirk Gießen vor, der SV Wetzlar/Niedergirmes. Ebenso wird es eine Handballspielgemeinschaft geben die HSG Linden.
 
Nach Abwicklung der Formalitäten (Frank Hoffmann wurde als Protokollführer bestellt) begann der Bezirksvorsitzende mit seinem Bericht, in dem er als erstes auf die Auf- und Abstiegsregelung bezüglich der Relegation der Männer zur 3. Liga einging. Das Ganze hat Auswirkungen auf die darunterliegenden Spielklassen im Verband und besonders auf den Bezirk Gießen: Denn wenn der Hessenmeister TV Kirchzell nicht den Aufstieg schafft muss die TG Friedberg aus der Landesliga-Mitte absteigen und „schiebt“ aus den darunterliegenden Spielklassen jeweils eine weitere Mannschaft auch nach unten.
 
Mit der Handball-WM der Männer im vergangenen Winter ist zwar das vollkommene Wintermärchen ausgeblieben, aber Platz 4 nach einer starken Vor- und Hauptrunde hat den Handball enorm nach vorne gebracht. Die breite Basis der Handballvereine muss weiter um den Nachwuchs werben, mit positiven Schlagzeilen, mit engagierter Jugendarbeit, mit engagierten Trainern und Betreuern.
 
Aktuell steht der Bezirk Gießen, einschließlich der HHV-Gespannschiedsrichter bei 294 Schiedsrichtern, von denen aktiv 277 den Ansetzern zur Übernahme von Spielaufträgen zur Verfügung stehen. Zu Saisonbeginn waren es noch 300, in der Vorsaison noch 330 Schiedsrichter! Auch wegen der massiv rückläufigen Schiedsrichterzahl war der Bezirk gezwungen, die E-Jugendspiele aus der neutralen Ansetzung herauszunehmen und an die Vereine zur eigenen Besetzung zu delegieren, wobei der Bezirk Gießen der letzte Bezirk war, der die E-Jugend noch mit offiziellen Schiedsrichtern angesetzt hatte. Diese Umsetzung mitten in der Runde verlief sehr positiv. Alle Vereine müssen dafür Sorge tragen, dass die Schiedsrichter in den Hallen besser behandelt werden.
 
Gerhard gab einen kurzen Abriss vom Verbandshandballtag am13.04.2019 in Hünfeld. So wurde die SR-Soll-Berechnung mit Wirkung zum 01.07.2019 beschlossen, der Vizepräsident Schiedsrichter wurde in hitzige Diskussion abgelehnt, die          Anrechnung der Ehrenschiedsrichter wurde neu geordnet und das Festspielregelung in der Winterpause soll an den DHB als Antrag gehen. Bei den Neuwahlen des Präsidiums stand Uwe Wieloch als Vizepräsident Jugend nach 12 Jahren im Amt nicht mehr zur Verfügung. Hier hat Kai Gerhardt die Nachfolge angetreten. Durch die Wahl zum VP-Jugend ist satzungsgemäß seine Amtszeit als Bezirksvorsitzender des Bezirkes Gießen bis spätestens zum kommenden Bezirkshandballtag 2021 begrenzt.
 
Nach der Ehrung der Bezirksmeister und -besten der Aktiven- und Jugendmannschaften durch Angelika Ferber und Frank Hoffmann überreichte Gerhardt den Fairplay-Preis an zwei Sportfreunde, die im besonderen Maße den Fairplay-Gedanken nach außen getragen haben. Uwe Woycyk als Trainer der männlichen C-Jugend der HSG Herborn/Seelbach und Ulli Will als Trainer der weiblichen C-Jugend der HSG Hungen/Lich zeigten jeder auf seine Art, dass es manchmal halt auch anders geht. Die Aktion von Ulli Will wurde sogar vom Deutschen Olympischen Sportbund in Verbindung mit dem Verband Deutscher Sportjournalisten geehrt.
Bild von links: Kai Gerhardt, Uwe Woycyk und Ulli Will
 
Der Vizepräsidenten Spieltechnik des Hessischen Handball-Verbandes Tobias Weyrauch gab Einblicke in das neue Spielsystem die nuLiga. Er erläuterte die einzelnen Aktivitäten die in den letzten Monaten für die Einführung des Programms getätigt wurden. So wird es hier zukünftig nur noch den elektronischen Spielerpass geben. Der HHV ist der 14. Landesverband der ab 01.07.2019 nuLiga nutzt.
 
Für die kommende Runde soll der Spielplan erst zur Bearbeitung freigegeben werden, wenn Klarheit über den möglichen Abstieg von Friedberg bei den Männern vorhanden ist.
 
Des Weiteren gibt es Überlegungen im Hessischen Handball-Verband das Harzverbot aufweichen oder gar streichen; die Überlegungen gehen in die verschiedensten Richtungen.
 
Dem Vorschlag aus der Versammlung bei den Endspielen der Handball EM am 25./26.01.2020 keine Jugendspiele hinzulegen und für die Aktiven einen Ausweichspieltag, wurde positiv aufgenommen.
 
Unter Punkt „Verschiedenes“ kamen noch zwei Vorschläge bezüglich der SR-Situation. Zum einen, dass bei der Schiedsrichter-Sanktionierung der Punktabzug ja ok ist, die Geldstrafen aber kontraproduktiv sind. Dadurch kommt es zum Abwerben von Schiedsrichtern. Der zweite Punkt war bei der SR-Ausbildung, dass der Aufwand höher sei als früher und die Ausbildung zu lange dauert, auch müssen die Schiedsrichter schneller für den Verein zählen. Bezirksrechtswart Bernd Dugal gab zu Bedenken, dass die Schiedsrichter-Sanktionierungen nur vom Verbandshandballtag des HHV beschlossen werden können und die Ausbildungsregularien der DHB bestimmt.
 
Bezirksschiedsrichterwart Tobias Lambmann erläuterte in diesem Zusammenhang die Task Force, die der Hessischen Handball-Verbandes ins Leben gerufen hat, um sich der vielfältigen Schiedsrichter-Probleme anzunehmen. Er stellt aus seiner Sicht Lösungen vor, wobei diese Probleme von bzw. mit dem DHB und HHV angegangen werden müssen.
 
Kai Gerhardt beschließt die Vereinsvertretersitzung mit dem Hinweis, dass sich in 2020 der SV Annerod als Gastgeber im Rahmen des 50-jährigen Handballjubiläums angeboten hat.

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